Tuning Theorie

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Tuning Theorie – Die Abstimmung Ihrer MegaSquirt[Bearbeiten]

Haben Sie Ihre MegaSquirt zusammengebaut, geprüft und ins Fahrzeug eingebaut, geht es nun daran den Motor zum Laufen zu bringen und abzustimmen. Wenn Sie methodisch vorgehen und Ihre Begeisterung sie nicht vorzeitig in einen Vollgas-Modus treibt, sollte sich das nicht all zu schwierig gestalten. Ein großer Vorteil ist es jedoch wenn der Motor vor dem Umbau schon ordentlich gelaufen ist und Sie nicht noch eine Menge Verschleißteile ersetzen mussten.

Bitte lesen Sie zuerst den ganzen Beitrag zum Thema Tuning durch, inklusive aller Links am Ende dieses Beitrags, bevor Sie versuchen Ihren Motor zu starten oder einzustellen. Es kann sein, dass weiter hinten beschriebene Stellen Ihnen am Anfang helfen, je nachdem wie Sie Ihre Anlage ausgelegt haben. Sie erhalten einen guten Überblick und werden den Vorgang des Tunings besser verstehen. Falls nötig, lesen Sie bitte diesen Abschnitt noch einmal durch. Bevor Sie Ihren Umbau beginnen, ist es sehr hilfreich, wenn Sie den Motor noch einmal mit seinen originalem Kraftstoff-System laufen lassen können. Das ermöglicht es alle Sensoren im Betrieb nochmal zu überprüfen und zu sehen, ob sie wie erwartet arbeiten. Wenn Sie dann dazu übergehen den Motor mit der Einspritzung zu betreiben, kann das Wissen um die korrekte Funktion der Komponenten viel Arbeit ersparen. Ist es also noch möglich Ihren Motor laufen zu lassen, sollten Sie das auf jeden Fall in Erwägung ziehen.



Die Theorie des Abstimmens (Tunings)[Bearbeiten]

Beim Tuning werden die Parameter der MegaSquirt derart eingestellt, dass sie optimal auf den Motor, Einspritzung und Fahrverhalten abgestimmt sind. Eingestellt werden hierfür Parameter wie zum Beispiel die Kaltstart-Impulsdauer und die Beschleunigungsanreicherung. Die grundlegenden Parameter jedoch sind in einer 8 x 8 Felder großen "VE-Table" genannten Tabelle abgelegt.

Das Ganze ist viel einfacher zu verstehen, wenn man am laufenden Motor arbeitet. Zwar kann man versuchen die für den jeweiligen Motor spezifischen Parameter im Voraus abzuschätzen - das Ganze ist aber zumeist mehr verwirrend als nützlich. In jedem Fall ist es die Mühe wert, sich mit den Anforderungen zu befassen, die das jeweilige System stellt und vor allem diese auch zu verstehen. Aber behalten Sie im Hinterkopf, dass Sie sich letztendlich auf Ihr Bauchgefühl und die Lambdasonde verlassen müssen. Ebenso sind ¼-Meilen-Zeiten, Abgastemperatur etc. gute Indikatoren für den Erfolg des Tunings, vorausgesetzt Ihnen stehen diese Möglichkeiten zur Verfügung.

Hier sei angemerkt, dass man über viele Jahre hinweg Motoren mit Vergasern auf höchste Leistung und Wirkungsgrad abgestimmt hat, und das ohne jegliche Rückmeldung. Und selbst so wurden sehr gute Ergebnisse erreicht. Hilfsmittel wie die Lambdasonde und die Software MSTweak3000 erleichtern das Tuning jedoch ungemein. Wenn Sie sich erst mal etwas mit MSTweak beschäftigt hat, werden Sie auch besser mit der Abstimmung der anderen Bereiche zu Recht kommen.


Beim Tunen sollten Sie folgendes beachten:

  • Lesen Sie dieses Kapitel vollständig durch bevor Sie mit dem Tuning anfangen und vergewissern Sie sich, dass Sie das Gelesene auch wirklich verstanden haben.
  • Ändern Sie stets nie mehr als eine Einstellung auf einmal und bewahren Sie sich immer die Möglichkeit zur ursprünglichen Einstellung zurück kehren zu können.
  • Fahren Sie nicht mit dem Fahrzeug bevor Sie den Leerlauf ordentlich eingestellt haben. Bringen Sie zu allererst den Leerlauf in Ordnung.
  • Versuchen Sie nicht die Beschleunigungsanreicherung einzustellen bevor die VE Tabelle eingestellt ist.
  • Wenn ein Problem auftaucht und Sie eines der Foren zu Rate ziehen wollen, dann bemühen Sie sich bitte das Problem in allen Einzelheiten zu beschreiben inklusive aller Angaben wie Soft- und Hardwarestände und das Setup des Motors. Äußerst hilfreich ist das Anfügen von Logdateien und der ".msq"-Datei. Vermeiden Sie Threads wie "...funktioniert nicht! Warum?".

Bei dieser Anleitung wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass Ihr Motor mit Benzin läuft. Andere Kraftstoffe haben ein anderes Kraftstoff-Luft-Verhältnis. Nachfolgend eine Tabelle von anderen verbreiteten Kraftstoffarten und deren Kraftstoff-Luft-Verhältnis:


Kraftstoff-Luft-Verhältnisse

Lambda Benzin Propangas Methanol Ethanol Diesel
0.70 10.3 11.0 4.5 6.3 10.2
0.75 11.0 11.8 4.9 6.8 10.9
0.80 11.8 12.5 5.2 7.2 11.6
0.85 12.5 13.3 5.5 7.7 12.3
0.90 13.2 14.1 5.8 8.1 13.1
0.95 14.0 14.9 6.1 8.6 13.8
1.00 14.7 15.7 6.5 9.0 14.5
1.05 15.4 16.5 6.8 9.5 15.2
1.10 16.2 17.2 7.1 9.9 16.0
1.15 16.9 18.0 7.4 10.4 16.7
1.20 17.6 18.8 7.8 10.8 17.4
1.25 18.4 19.6 8.1 11.3 18.1
1.30 19.1 20.4 8.4 11.7 18.9

Das Lambda definiert das Verhältnis des aktuell vorherrschenden Kraftstoff-Luft-Verhältnises zum stöchiometrischen Kraftstoff-Luft-Verhältnis der jeweiligen Kraftstoffsorte. Wenn ein Gemisch fett ist, z.B. 12,5 zu 1.

Dann ist Lambda 12,5 : 14,7 = 0,85



Vorgehensweise beim Tuning[Bearbeiten]

Für eine optimale Abstimmung der MegaSquirt und um das Optimum aus einem Motor herauszuholen, sollten Sie folgendermaßen vorgehen (bitte auch alle Links abarbeiten, da diese zu weiteren wichtigen Informationen führen):

  1. Machen Sie sich mit ihrer Tuningsoftware vertraut.
  2. Stellen Sie die Konstanten ein.
  3. Nachdem Sie die Startvorbereitungen getroffen haben, bringen Sie den Motor zum Laufen und den Leerlauf in Ordnung. Weiter Informationen über Leerlauf einstellen.
  4. Stellen Sie PWM-Kriterien ein.
  5. Stellen Sie den Kaltstart und die Warmlauf-Anreicherung ein.
  6. Stellen Sie die VE-Tabelle ein (lesen Sie auch Alpha-N Tuning).
  7. Stellen Sie die Beschleunigungsanreicherung ein.
  8. Überprüfen Sie bestimmte Widerstände, dass sie im Fahrbetrieb nicht zu heiß werden.



Weiter wichtige Links[Bearbeiten]


Quelle: MegaManual unter http://www.megamanual.com/index.html