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Megasquirt generell: Robustheit unter fordernden Einsatzbedingungen (v.a. Prozessor)?

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Dominik335i
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Megasquirt generell: Robustheit unter fordernden Einsatzbedingungen (v.a. Prozessor)?

#1 Beitragvon Dominik335i » Sa Aug 24, 2019 9:57 am

Hallo zusammen,

Einladung zur Philosophie-Runde am Wochenende :wink: Meine Megasquirt ist ausgefallen. Nach einer ersten Schadensanalyse durch den "Hersteller" scheint der Prozessor defekt zu sein. Also hoffentlich reparabel. Trotzdem quälen mich seitdem mental zwei Ausfallursachen:

Szenario 1: Der Prozessor ist ein elektronisches Bauteil. Kann nach 2 1/2 Jahren problemloser Funktion ausfallen. Pech gehabt --> Schwamm drüber!

Szenario 2: Es handelt sich um einen Schaden, der früher oder später durch die fordernden Einsatzbedingungen wieder auftreten kann. Mein Caterham ist sicherlich alles andere als "gutmütig" für die Elektronik: Hochfrequente Schwinungsanregung durch 4-Zylinder und generell hohes Drehzahlniveau (bis 8.500/min). Im Vergleich zu einem (modifzierten) Serienfahrzeug ziemlich "starre" und ungedämpfte Übertragungspfade von Motor-/Fahrwerks-Anregungen in die Karosserie.

Deshalb philosophiere ich über folgende Fragen: Wie robust ist generell eine Megasquirt in klassischer Bauweise (offene Platine, nicht vergossen wie beispielsweise EFIgnition)? Im Vergleich zu "richtigen" OEM Steuergeräten mit irrsinnigen automotive-spezifischen Anforderungen an die Bauteile (Temperatur, Schwingungen usw.) sind die 08/15 Bauteile einer Megasquirt vermutlich als lächerlich/ungenügend einzustufen. Wie seht ihr das? Und gibt es v.a. beim Prozessor gewisse Hersteller, die robuster sind als andere und zu bevorzugen wären? Oder gar eine "HD-Ausführung"?

Und angenommen mein Schaden ist tatsächlich die Folge von Schwingungen o.ä.: Könnte es eurer Meinung nach sinnvoll sein, die Platine intern zusätzlich mittig mit minimaler Vorspannung gegenüber dem Gehäuse abzustützen und das ganze Gehäuse auf Silentlagern/Gummifüßle zu lagern? Weitere Optimierungs-Ideen?

Viele Grüße
Dominik
Caterham R400 Superlight powered by Rover 1,8l K Series NA
"SixFour" MS2 vollsequentiell
232 PS vs. 490 kg --> "Simplify, then add lightness” (Colin Chapman)

chapy
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Re: Megasquirt generell: Robustheit unter fordernden Einsatzbedingungen (v.a. Prozessor)?

#2 Beitragvon chapy » Sa Aug 24, 2019 10:05 am

alos meine umc1 liegt seit anbeginn (4 jahren) auf der batterie im moped.
außer einen selbstverschuldeten ausfall des benzinpumpenausganges zu beginn,
läuft sie wie ein vw käfer,trotz spannungsschwankungen,vibrationen und staub.
3 mal auf holz klopf :mrgreen:

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squenz
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Re: Megasquirt generell: Robustheit unter fordernden Einsatzbedingungen (v.a. Prozessor)?

#3 Beitragvon squenz » Sa Aug 24, 2019 11:04 am

Ich hab zwar keine klassische "Brotkasten" MS sondern eine B&G Microsquirt V3, die hat aber wohl den gleichen Prozessor wie die DIY Kit MS2 Varianten. Ich hab die Micro seit ca. 4,5 Jahren und ziemlich genau 100.000km im Alltagsauto und das absolut problemlos. Winter -10°bis Sommer +50... Die Micro sitzt bei mir "hart verschraubt" unter dem Armaturenbrett.

Viele Grüße

Markus
Toyota Starlet Daily - Microsquirt V3 mit MS2-Extra V3.4.2
Mazda RX-7 Turbo - Microtech LT-8s

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el-hardo
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Re: Megasquirt generell: Robustheit unter fordernden Einsatzbedingungen (v.a. Prozessor)?

#4 Beitragvon el-hardo » Sa Aug 24, 2019 1:54 pm

Meine MSII war gut 14 Jahre im Einsatz.
Erst 5 Jahre 1/4 mile Renner: Wenig Fahrzeit aber dafür rappelt es dann richtig.
Dann 9 Jahre Caterham mit Rundstrecke. Sie war innen an der Spritzwand montiert, bekam also auch etwas Wärme ab.
Lief bis zum Ausbau problemlos und unauffällig.
MS3 Pro Evo FW 1.5.1
Saab B234r GT3071R

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Carsten
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Re: Megasquirt generell: Robustheit unter fordernden Einsatzbedingungen (v.a. Prozessor)?

#5 Beitragvon Carsten » Mi Aug 28, 2019 8:08 pm

Moin,

alte Versionen mit bedrahteten Bauteilen sind robuster.
SMD Bauteile sind, wenn es keine spezifischen Automotive Komponenten sind, kritisch.
Insbesondere Keramik Kondensatoren in SMD sind bruchgefährdet.
Es gibt daher spezielle Versionen, die weniger bruchempfindlich sind und zudem im Bruchfalle keinen Kurzschluss auslösen.

Das zweite Thema ist der Temperaturbereich. -40°C bis 85°C ist das Minimum im Automotive.
Wenn Bauteile dafür nicht ausgelegt sind, altern sie schneller und ihre Werte können aus dem definierten Toleranzband fallen.

Die Prozessoren zum Beispiel gibt es für Consumer- wie auch für Automotive Anwendungen. Als "Normalbürger" bekommt man aber oft nur die Consumer-Version...

CU Carsten

MK
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Re: Megasquirt generell: Robustheit unter fordernden Einsatzbedingungen (v.a. Prozessor)?

#6 Beitragvon MK » Mi Aug 28, 2019 9:26 pm

Also ich glaube bzgl. Vibration, Drehzahl, EMV und Umwelteinflüsse hätte ich noch forderndere Bedingungen.
2 Zyl 2Takt, max Leistung bei ca. 9500 . Wetterschutz nicht vorhanden.

Fahre seit 2007 damit rum, wird inzwischen so ca. 20000 km sein.
Die erste MiniMS hatte einen Vibrationsbedingten Ausfall: Einer der Treiber für die Einspritzdüsen hatte ein Beinchen gebrochen. War glücklicherweise nur 5km von daheim, so dass ich auf einem Zylinder heim bin. Dannach habe ich das mit Heißkleber fixiert.

Aus Platzgründen bin ich später auf eine Microsquirt, die ja SMD Bauteile hat.
An der war bislang nix und die hat sogar schon 700 km englischen Regen überlebt, wo ich vorher gesagt hatte, dass ich bei Regen der erste bin, der liegen bleibt ....
Ciao
Martin
----------------
RD350YPVS, Microsquirt, AlphaN


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