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Kaminethanol als Alternative zu E100?

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Dominik335i
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Kaminethanol als Alternative zu E100?

#1 Beitragvon Dominik335i » Sa Jul 07, 2018 11:52 am

Hallo zusammen,

spricht etwas dagegen, Kaminethanol (100%) als Ersatz für E100 zu fahren? Oder ist das Zeug irgendwie vergällt o.ä.? Brauche nur eine geringe Menge für den TÜV :wink:

Sowas hier z.B.: https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre ... 2337421406

Gruß
Dominik
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squenz
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#2 Beitragvon squenz » Sa Jul 07, 2018 4:27 pm

In der Drag-Szene gibts ein paar die das fahren. Für den TüV wird es dir hinsichtlich niedrigerer Emissionswerte aber nicht helfen.

Viele Grüße

Markus
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chapy
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#3 Beitragvon chapy » Sa Jul 07, 2018 6:10 pm

was ist denn die tüv herrausvorderung ?
erreichst du die co-grenzwerte nicht,weil deine pw zu gering im idle wird ?
dann kann der kaminsprit helfen,oder du senkst den spritdruck deutlich ab/bzw beides.

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Dominik335i
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#4 Beitragvon Dominik335i » Sa Jul 07, 2018 6:59 pm

squenz hat geschrieben:In der Drag-Szene gibts ein paar die das fahren. Für den TüV wird es dir hinsichtlich niedrigerer Emissionswerte aber nicht helfen.

Viele Grüße

Markus


Wieso nicht? Man spricht doch davon, dass man auf Ethanol die AU sogar ohne Kat bestehen würde :? :?:
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squenz
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#5 Beitragvon squenz » Sa Jul 07, 2018 8:25 pm

Dominik335i hat geschrieben:Man spricht doch davon, dass man auf Ethanol die AU sogar ohne Kat bestehen würde :? :?:


Gibt es dazu belastbare Daten/Quellen? Ich hatte mit dem kleinen Toyota Abgasuntersuchungen im Rahmen der HU sowohl mit "100% E85" im Tank, also auch mit normalen E5 Benzin. Die CO-Werte waren praktisch identisch (bei jeweils Lambda 1) und mit Benzin genauso gut wie mit Ethanol.
Ethanol punktet was den CO2 Ausstoß betrifft (70-80% niedriger als bei Benzin), der wird im Rahmen der AU aber garnicht gemessen.

Viele Grüße

Markus
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Andy601
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#6 Beitragvon Andy601 » So Jul 08, 2018 9:20 am

ich bin mit E40 schon mal fast durch den AU gefallen, weil "CO zu niedrig, Auspuffanlage undicht", hat dann das Gerät ausgespuckt. Dann haben wir hinten einen Lappen rein gesteckt, das die Sonde richtig Abgase ab bekommt und dann hat er es gerade so geschafft :D
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Jack-Lee
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#7 Beitragvon Jack-Lee » So Jul 08, 2018 9:25 am

Wegen "zu wenig Schadstoffe" durch die au fallen. Wäre auch mal was neues :-D

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1252er
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#8 Beitragvon 1252er » So Jul 08, 2018 11:27 am

Also die 70-80% weniger CO2 bitte schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen.
CO2 lässt sich nicht vermeiden, denn es ist das Produkt der perfekten Verbrennung: Benzin+Sauerstoff, sprich CH-Ketten und O2.
Das C-Atom hat 4 Aussenelektronen, das O-Atom hat 6 Stück. Daraus entsteht dann eine Doppelbindung von C und O: <O=C=O>.
CO2 hat ein sehr niedrig energetisches Niveau, ist eine stabile Verbindung. Die H werden auch verbrannt (oxidiert, weil ein O dran kommt): H2O, denn H hat nur ein Aussenelektron: H-<O-H (< müsste unten oder oben stehen).
Alles andere sind ungünstige Produkte, mit höherem energetischem Niveau und oft auf instabil, z.B. NO2 (N hat auch 4 Aussenelektronen,
aber die Elektronennegativität ist anders als bei O, Verbindung ist nicht so stabil) oder auch CO (Dreifachbindung zwischen C und O, ebenfalls instabil).

Zusammenfassung: CO2 lässt sich reduzieren, aber die nun entstehenden Stoffe sind giftiger und schaden der Effizienz = weniger Kraft pro Sprit.
Ethanol macht also bestenfalls die gleiche CO2 Menge wie Benzin (ebenfalls CH-ketten, aber noch eine -OH Gruppe dran). Aber vor allem kommt viel mehr Wasser mit (idealer Partner für die -OH Gruppe ist natürlich ein H, plus Wasser kann sich mischen mit Ethanol, dank der -Oh Gruppe, welche es bei Benzin nicht gibt), dadurch sind die Temperaturen kühler und die Kats kühlen schneller aus. Wenn das weniger CO2 rauskommt, dann war entweder die geforderte Leistung 70-80% niedriger oder eine Kombination aus weniger Leistung und kalten Kat.
Damit schließe ich den Chemie-Unterricht zum Sonntag :)
-Kein Auto mehr mit MS1 auf der Strasse, alle abgemeldet in der Garage.

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Dominik335i
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#9 Beitragvon Dominik335i » So Jul 08, 2018 1:17 pm

1252er hat geschrieben:Damit schließe ich den Chemie-Unterricht zum Sonntag :)


Kannst du den Chemie-Unterricht bitte doch nochmal öffnen? CO2 ist ja klar, das hätte man nicht extra herleiten müssen. Aber inwiefern verhält sich Ethanol bei einer REALEN Verbrennung anders als Benzin? Also warum spricht man immer davon, dass weniger Schadstoffe (v.a. CO) entstehen? Anhand der idealen Reaktionen kann man das ja schlecht ableiten...
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#10 Beitragvon Andy601 » So Jul 08, 2018 2:47 pm

weder ich bin blöd oder ein anderer hat in Chemie nicht aufgepasst. Ethanol hat weniger Kohlenstoffatome als Benzin, deswegen kommt hinten auch weniger Moleküle mit C raus

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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#11 Beitragvon 1252er » Mo Jul 09, 2018 12:29 am

Uh, stimmt, das habe ich nicht bedacht.
Das ist nun schwierig, da hier zwei Reaktionen ablaufen:
C oxidieren und H oxidieren. Ich habe gesucht und fand das schlüssigste wäre über den Heizwert zu gehen:
1.56 ist der Faktor für den Heizwert. Die Dichte selbst ist recht gleich, aber die molare Masse stark unterschiedlich.
Das Ethanolmolekül ist die Hälfte leichter, d.h. es stecken rund 2x so viel C2-H6-0 in einem kg Ethanol, als C6H14 in einem kg Benzin.
Da man aber 1.56 kg Ehtanol benötigt um den Heizwert von einem kg Benzin zu bekommen, sieht etwa so aus:
C6H14=3*C2-H6-O.
Ist von den C-Atom her ziemlich gleich, aber mich wundert das der 4 H Atome Überschuss nicht mehr Energie erzeugt.
Die -OH Gruppe ist keine starke Bindung, kostet höchstens ein H, ich vertraue meiner Molmasse bei Benzin nicht, es gibt hier eine exakten Angaben, da Benzin eine bunte Mischung von verschiedenen Kohlenwasserstoffen ist.

Also zum Ursprung zurück: Gehen wir als schlechtester Fall davon aus, das die Energie rein aus den H-Atomen kommt, so wäre es möglich das
ein Ethanol-Auto 14/16tel an CO2 einspart, sprich im Betrieb nur 87.5% CO2 des Benzin-Autos ausstößt. Das stimmt natürlich nicht, da C auch Energie liefern, sonst würde Kohle nicht brennen, aber man sieht die 70-80% CO2 Reduktion können auf keinen Fall stimmen.

ethanol
0,7893kg/l
26,8 MJ/kg
46,07 g·mol−1

Benzin (E0)
ca 0,750 kg/L
ca 41,8 MJ/kg
‎ca. 80 - 110 g/mol (der Quelle vertraue ich nicht, selbst errechnen habe ich vergessen).
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#12 Beitragvon suzuki90 » Mo Jul 09, 2018 10:28 pm

Also mit meiner Erfahrung:
Ein Auto mit E 100 hat klar CO2, aber CO ist so gut wie nicht vorhanden.
Haben schon Autos, die deutlich durch die HU gefallen sind wegen defektem Kat, mit Ethanol dann durchgebracht.
Deswegen darf man es ja auch in der Wohnung verbrennen, da hier nur CO2 entsteht und kein CO.
Chemie hab ich früher immer gehasst aber meine Erfahrung ist ja vielleicht auch was wert. ;-)
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#13 Beitragvon Acki » Di Jul 10, 2018 12:54 am

Naja es gibt aber auch noch die unvollständige Verbrennung. Ich hatte ne zeitlang vermutet das klappt bei der HU weil der Motor zu mager läuft.
Wenn ich mich richtig erinnere wird ja Sauerstoff gemessen und dann Lambda berechnet. Naja wie auch immer.
Oft hat man aber nicht nen kaputten KAT, Betriebstemperatur ist immer so ne Sache soweit ich das bisher gesehen haben.
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#14 Beitragvon suzuki90 » Di Jul 10, 2018 6:40 am

Nee, wenn der zu mager läuft, dann macht Ethanol das noch schlimmer.
Und Betriebstemperatur war bei meinem TÜV nie ein Problem. Entweder ist man dann nochmal kurz eine entsprechende Runde gefahren oder hat eben dort den Kat heiß laufen lassen.
Dank Ölverbrauch kenne ich das Problem an älteren Autos sehr gut, dass der Kat da immer mal kaputt geht. Da hat Ethanol immer geholfen.

Beim Kumpel ohne ms haben wir mal den Laptop an die obd gehängt, paar Liter sprit rein und dann Ethanol in den Tank geschüttet während der Motor lief, so lange, bis der short term fuel trim nicht mehr mit kam. Dann noch bisschen Benzin rein und dann hat er die dreimal vorher weit nicht bestandene AU geschafft. :-)
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Re: Kaminethanol als Alternative zu E100?

#15 Beitragvon Dominik335i » Di Jul 10, 2018 7:39 am

@suzuki: Vielen Dank! :wink: Habt ihr auch Kaminethanol genommen?
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