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Caterham R400 Superlight

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Jack-Lee
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Re: Caterham R400 Superlight going UMC1

#226 Beitragvon Jack-Lee » Mi Mai 24, 2017 7:37 am

Daher die Frage :)
Fischauge auf Kamera ist immer mit Vorsicht zu genießen, das sieht gern komplett anders aus wie es wirklich ist.

Aber ja, mit nem Caterham sollte man nicht frontal einen Familienpanzer aka SUV oder ähnliches aufgabeln... :oops:

Fahrstil und Fahrzeugbeherrschung sind aber echt Sahne. Würde dich gern mal in nem Rennen beobachten:)

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Dominik335i
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Re: Caterham R400 Superlight

#227 Beitragvon Dominik335i » Fr Mär 09, 2018 9:52 am

Hallo zusammen,

alle Jahre wieder: Winterzeit = Schrauberzeit. Und ja, ich weiß: Der Forumstitel nennt sich „Megasquirt“. Aber zumindest mir geht es immer so, dass ich auch sehr gerne über Umbauten außerhalb der Motorsteuerung lese.

Deshalb im Schnelldurchlauf ein paar Fotos meines diesjährigen Hauptprojekts: Dem Umbau von Rechts- auf Linkslenker. Die Motivation ist einfach: Ich fahre zu 90% auf der Straße und das v.a. auf kurvigen, schlecht einsehbaren Sträßchen (Schwarzwald, schwäbische Alb, Elsass usw.). Und auch wenn es sich viele meiner Kollegen schön reden, ist es einfach gefährlich, sich beim Überholen „vortasten“ zu müssen, um in den Gegenverkehr sehen zu können. Nach einigen Nahtod-Erlebnissen stand daher der Entschluss fest. Und der nicht unerhebliche Wertzuwachs ist ebenfalls nicht zu verachten ;-)

Im Gegensatz zum Seven-Forum lasse ich hier eher die Fotos für sich alleine sprechen und nerve nicht mit viel Text.

Erster Schritt: Motor raus und Vorderwagen entkernen.

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Ausbau der verklebten Bleche am und vor dem „Scuttle“, Entfernen der Fußboxen und Heraustrennen der Pedalbox.

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Neues Lenkgetriebe in „Race“-Version mit 1,6 statt 1,9 Umdrehungen Lock-to-Lock --> „You don’t steer it with your hands, you steer it with your brain!“ :twisted: Hier ist noch das alte Getriebe abgebildet.

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Versetzen der Lenksäule und des Führungsrohrs.

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Chassis fertig umgebaut:

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Lenkradsperre nachrüsten (die gepunktete Hülse).

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Bau neuer Fußboxen.

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Modifizieren der Pedalbox (Neubau Gaspedal mit versetzter Lagerung weiter innen und neu gestalteten Endanschlägen) und Anschweißen an neuer Position.

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Anfertigen neuer Verkleidungsbleche.

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Nervige und zeitraubende Kleinigkeiten: Bau neuer Bremsleitungen, Batteriehalter usw. Aber nach 2 Monaten und ca. 70 Arbeitsstunden konnte der Motor endlich wieder eingebaut werden.

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Dummerweise würde die Lenksäule nicht nur mitten durch den Auspuffkrümmer, sondern auch durch die Lichtmaschine verlaufen --> Versetzen der Lima nach unten durch neue Eigenbau-Konsole.

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Bau des neuen Krümmers.

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Sooo, ab hier darf es etwas ausführlicher werden, denn ich hab‘ auch eine neue Megasquirt verbaut: Die UMC1 flog raus und wurde durch eine „Six Four“ von ChristianK ersetzt. In meinen Augen die „ultimative“ MS2 :P

- AMPseal Anschlüsse
- Wasserdicht
- Externer MAP-Sensor (intern für Baro-Korrektur)
- Integrierter Spartan 2 Lambda Controller mit LSU4.9
- Integriertes Bluetooth
- Integrierter EGT-Controller
- „Russisches“ Platinenlayout: Überdimensionierte Leiterbahnquerschnitte, reparaturfreundlich, keine Zwischen-Layer usw.

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Der Motorkabelbaum war durch einige Nachrüstungen nicht mehr perfekt, daher entschloss ich mich zu einem Neubau.

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Außerdem spendierte ich dem kleinen Motörchen neue Einspritzventile. Statt des betagten EV6 Designs kommen jetzt moderne EV14 Injektoren zum Einsatz. Sie stammen ursprünglich aus einem Ferrari 599 GTB. Hört sich teuer an, aber tatsächlich sind sie nagelneu mit 32€/Stk. spottbillig. Die Durchflussmenge (380ccm/min) passt ebenso perfekt wie das Dual Cone Spraybild und der Spraywinkel. Mit vergleichsweise günstigen Adaptern passen sie plug&play.

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Da nur Logic Coils unterstützt werden, baute ich schon zu UMC-Zeiten auf VW Stabzündspulen mit internen Treibern um (07C.905.715.A).

Und wenn eh schon alles offen liegt, kann man die Gelegenheit auch gleich nutzen, um den serienmäßigen Elektrik-Verhau zu entrümpeln. Natürlich setzt auch Caterham Einheits-Kabelbäume ein, wo viele Anschlüsse ungenutzt bleiben (z.B. Diagnoseschnittstellen für die originale Rover-ECU). Ich hab‘ gleich noch die Wegfahrsperre entsorgt und einige andere Käbelchen, die für meinen Anwendungsfall überflüssig sind. Da kommt ein ganz schöner Haufen zusammen, aber das Ergebnis entschädigt :-)

Vorher:

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„Etwas“ entschlackt :twisted:

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Nachher:

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Außerdem wurde ein neuer Motorraum-Kabelbaum gebaut. Die unnötig komplizierte Rover Relaisbox (MFU) entfiel zu Gunsten einzelner, konventioneller Relais. Zusätzlich habe ich meine, damals im Nachhinein installierte, Verkabelung für die elektrische Wasserpumpe (TinyCWA) integriert. Jetzt bin ich zufrieden mit der schlanken Lösung.

Während der Elektrik-OP:

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Das war’s mit der Elektrik, zurück zum LHD-Umbau: Ein neues Dashboard wurde bei den Inselaffen geordert und mit den passenden Ausschnitten versehen. Noch eine Dusche Klarlack durch den Lackierer meines Vertrauens --> *blingbling*

Feeertig :-)

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Außerdem haben wir zwischendurch noch ein Vorderachs Unibal-Sturz-Kit für kleines Geld gebaut.

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Damit warte ich eigentlich nur noch auf das Frühjahr und die ersten Sonnenstrahlen, um die Saison 2018 einzuleiten :-)

Gruß
Dominik
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Jack-Lee
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Re: Caterham R400 Superlight

#228 Beitragvon Jack-Lee » Fr Mär 09, 2018 4:34 pm

Wieder mal geiler Bericht und super Arbeit :)


Aber.. so lecker wie die Carbonteile aussehen, so Augenkrebserregend sind die Nähte an den Achsschenkeln.. Was ist denn da passiert? :shock:

chapy
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Re: Caterham R400 Superlight

#229 Beitragvon chapy » Fr Mär 09, 2018 6:16 pm

WoW :shock:
dicken respekt für den aufwand und die ausführung,die bilder sprechen echt für sich - Hut Ab !

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Dominik335i
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Re: Caterham R400 Superlight

#230 Beitragvon Dominik335i » Fr Aug 17, 2018 3:00 pm

Kurzer Zwischenstand: Diese Saison war bisher rundum perfekt! Motor, Fahrwerk, Bremsen, alles funktioniert gerade so unheimlich harmonisch, dass ich gar nichts zu schrauben habe. Und das soll was heißen :mrgreen:

Ganz herzlichen Dank an ChristianK: Deine SixFour Megasquirt läuft absolut unauffällig und damit perfekt 8)

Stevie hat mich in die Vogesen begleitet, nach Italien, an den Kaiserstuhl, in die Pfalz und zu diversen Funveranstaltungen. Und als Linkslenker ist es auf der Straße soooo viel angenehmer als auf der "falschen" Seite... :P

Kurzer Ausschnitt vom letzten Mittwoch (Freise Porsche Slalom Training, immer wieder sehr schön): Erste Runde sauber und langweilig, dann eher auf Spaß mit bisschen Rumgerutsche.

Gruß
Dominik

https://youtu.be/BaEslWFSD4o

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chapy
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Re: Caterham R400 Superlight

#231 Beitragvon chapy » Fr Aug 17, 2018 6:56 pm

hi dominik,in der pfalz wärste relativ nah bei mir gewesen :wink:
bei dem slalom kriege ich einen knoten in die augen :shock:
da hätte ich mit dem moped keine chance...
max. 2. gang wäre da möglich und die reaktionen in den ersten beiden gängen,würden dafür sorgen das die runde entweder recht kurz oder langsam wäre :lol:

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Carsten
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Re: Caterham R400 Superlight

#232 Beitragvon Carsten » Sa Aug 18, 2018 3:06 pm

Moin,

Pfalz?
Da wohne ich auch....

CU Carsten

chapy
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Re: Caterham R400 Superlight

#233 Beitragvon chapy » Sa Aug 18, 2018 5:15 pm

ich wohne halt an der grenze der pfalz - saar üfalz kreis HOM.
bei dir in der nähe (dreisen) bin ich vermutlich nächste woche,aber aus weniger erfreulichem anlass :(

ralf
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Re: Caterham R400 Superlight

#234 Beitragvon ralf » Do Okt 04, 2018 6:16 pm

Hallo Dominik,
schönes Fahrzeug, sehr schöner Motorr. Komme aus VAI und bin auch eine Seven Fan. Der Seven den ich mir aufbaue bekommt jedoch eine mechanische Einspritzanlage im LUCAS Stil. Das Fahrwerk (Starache, 145-15 Bereifung) meines Sevens wäre mit dem K-Serie Motor auch hofnungslos überfordert.

Eine KDFI habe ich in einem 1,6er Toyotamotor im 1989 Celica. Sollte der mal gut abgestimmt sein und mein Seven irgend wann doch mal fertig werden soll der Toyotamotor in einen Lotus Europa S2.


Gruss Ralf
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Dominik335i
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Re: Caterham R400 Superlight

#235 Beitragvon Dominik335i » So Dez 23, 2018 11:32 am

Frohe Weihnachten.

meine letzten Winter-Bastelaktionen habe ich - parallel zum Seven-Forum - auch hier präsentiert, selbst wenn sie nichts mit Megasquirt zu tun hatten. In erster Linie, weil ich mich selbst immer über coole Umbauberichte freue, auch wenn sie nichts mit Megasquirt zu tun haben ;-) Dieses Jahr wird zudem vermutlich das letzte Mal sein bevor in wenigen Tagen der Nachwuchs ausgeliefert wird und meine Schrauber-Tage für's nächste gezählt sein dürften :lol:

Zum Projekt-Hintergrund: Caterham verwendet seit jeher die Radträger vom Triumph Spitfire. In der Basisausstattung sogar auch die Bremsanlage (Scheiben+Sättel). Die Graugussbrocken sind nicht gerade leicht und sie verwinden sich unter den hohen Belastungen (Semis/Slicks, allgemein höhere Querdynamik). Eine der renommiertesten Caterham-Firmen brachte daher einen CNC gefrästen Alu-Radträger in Verbindung mit einer Formel 3 Bremsanlage auf den Markt. Sehr, sehr geile Teile, aber mit knapp 11.000€ auch nicht gerade für den schmalen Geldbeutel :wink:

Da sie aber laut einiger Er"fahrungs"berichte unglaublich gut funktionieren, war eine Idee nicht mehr aus meinem Kopf zu bekommen: „Das muss doch auch bodenständiger und kostengünstiger gehen“. Ich wollte daher bei meiner Interpretation der gleichen Idee bewusst weg vom High End-Anspruch und hatte stattdessen folgende Anforderungen:

1) Maximale Steifigkeit im Vergleich zum originalen Triumph Spitfire Radträger
2) Deutliche Gewichtseinsparung, aber nicht auf letzter Rille
3) Keine „exotischen“ Komponenten, stattdessen bewährte Technik von Wilwood
4) Kompatibel mit gängigen 13“ Felgen (ET<25)

Als Power Point Ingenieur mit Kernkompetenz „Bunte Bildchen für Industrieschauspieler-Veranstaltungen basteln“ musste ich zunächst längst verschüttete CAD-Kenntnisse aus Studiumszeiten auffrischen. Und was eignet sich hierfür besser, als die originale Caterham Vorderachse nachzukonstruieren? So wurden also alle Komponenten penibel vermessen und nachgebaut. Daraus konnte ich im Anschluss ein Master-Skelett mit allen Anlenkpunkten, Achsen usw. ableiten. Die Basis für die folgende Konstruktion.

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Wenn man sich mit dem Thema Radträger für Doppel-Querlenker-Achsen beschäftigt, bleibt man unweigerlich bei Formel-Fahrzeugen und den Lösungen der Formula Student hängen. Allen ist gemein, dass sie auf eine dünnwandige Hohlwelle als „Radachse“ in Verbindung mit vergleichsweise großen Radlagern setzen. Diese Ausführung birgt im Vergleich zur Steinzeit-Achse des Triumph Radträgers, die heutzutage keine Anwendung mehr findet, das größte Potenzial hinsichtlich Steifigkeits- und Gewichtsverbesserungen.

Bei der Auswahl der Lager wägte ich zig Varianten gegeneinander ab. Letztendlich fiel die Entscheidung zugunsten von konservativen, aber trotzdem relativ leichten und kostengünstigen Kegelrollenlagern nach DIN aus. Zwar wären mit Schrägkugellagern oder „exotischen“ Kegelrollenlagern um die 300g pro Rad zu sparen gewesen, aber das war ja bewusst nicht mein Ansatz. Die Lagerung ist in 0-Anordnung mit breiter/steifer Lagerbasis ausgeführt, abgedichtet wird per Nilos-Ringen.

Das Grunddesign des triangulierten Fachwerks wird von den Querlenker- und Spurstangen-Anlenkpunkten vorgegeben und ergibt sich zusammen mit den einwirkenden Kräften quasi „von selbst“. Hier setzte ich erneut auf Bewährtes statt das Rad neu zu erfinden.

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In unzähligen Optimierungsschleifen wurden alle Bauteile unter Annahme verschiedener Lastfälle (Kurvenfahrt, Vertikalstoß, Bremsen) FEM gerechnet und im Detail optimiert. Ein Relativvergleich eignet sich hierbei besser als trügerisch sichere Absolutergebnisse. Deshalb wurden zunächst die Kräfte an den originalen Bauteilen so weit erhöht, bis es theoretisch zu einem Versagen durch Bruch kommt. Diese Kräfte wurden dann auf meinen Radträger aufgeprägt, der sich davon spannungsmäßig kaum beeindruckt zeigt :D Die entsprechenden Verformungen sind darüber hinaus um den Faktor 4-5 geringer. Damit sollte man festigkeitsmäßig mehr als auf der sicheren Seite sein. Vermutlich schlummern vielmehr locker 500-700 g Gewichtspotenzial in jeder Kombi Träger/Welle. Aber besser sorgenfrei schlafen als besonders leicht am nächsten Baum landen :? 8-)

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Bei der Werkstoffwahl ging ich ebenfalls auf Nummer Sicher: Der Radträger und die Bremsscheibennabe sind aus 7075er Aluminium gefertigt, während die Achswelle aus St52 ist.

Statt der sexy Formel 3 Teile habe ich mich für vergleichsweise hemdsärmelige Wilwood Midilite Sättel in Verbindung mit Reibringen aus gleichem Haus entschieden. Die Scheiben sind mit ~260x20mm etwas großzügiger dimensioniert als die Caterham AP „Race“ Bremse (254x18) und markieren das Maximum, was mit diesen Sätteln unter gängigen 13 Zöllern unterzubringen ist.

Rein interessehalber änderte ich die Konstruktion aber trotzdem auch auf Formel 3 Komponenten ab: In diesem Fall würde ich zu schwimmend gelagerten Performance Friction Reibringen in der Dimension 262x18mm in Verbindung mit kompakten Brembo Sätteln greifen. Damit ließe sich zusätzlich ein Gewichtspotenzial von über 2kg/Achse heben! Eigentlich ein verführerisches Gedankenspiel… :twisted: :o

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Bei der Fahrwerksgeometrie ließ ich mich von „Carsten7“ beraten (--> herzlichen Dank für deine Hilfe). So wurde ein gewisser konstruktiver Nachlaufversatz eingebaut (das Rad ist gegenüber der Verbindungsachse oberer/unterer QL versetzt), so wie es an jedem Serienauto üblich ist. Dadurch verkleinert sich die effektive Nachlaufstrecke bei unverändertem Nachlaufwinkel (geringeres Rückstellmoment bzw. niedrigere Lenkkräfte). Oder es können größere Nachlaufwinkel gefahren werden ohne dass die Lenkkräfte übertrieben ansteigen.

Das Spurstangenlager ist mittels Unterlegscheiben um +/-6mm in der Höhe verstellbar. Damit lassen sich fertigungsbedingte Toleranzen in Rahmen und Fahrwerkskomponenten ausgleichen und Bumpsteer für jedes Rad getrennt korrigieren. Ich musste jedoch nur eine Seite um einen Spacer verstellen, um ein perfektes Messergebnis zu erzielen.

Die Kotflügelhalter bestehen zu einem Großteil aus einem perfekt geformten Bogen einer... äh... öh... ausrangierten Kabeltrommel :mrgreen: :lol: "Upcycling" in seiner schönsten Form! :D

Und was bringt der Spaß nun unterm Strich? Ganz bestimmt knappe 4kg niedrigere ungefederte Massen :P Verbesserungen bzgl. Steifigkeit und Bremsleistung müssen während der nächsten Saison belegt werden.

Gruß
Dominik


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albiek
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Re: Caterham R400 Superlight

#236 Beitragvon albiek » Mo Dez 24, 2018 2:20 pm

Wahnsinn :shock: Du hast meinen Respekt für die sehr gute Planung und die Umsetzung. Das kann sich sehen lassen. :D

chapy
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Re: Caterham R400 Superlight

#237 Beitragvon chapy » Mo Dez 24, 2018 5:09 pm

dicken respekt :wink:
solche cnc sachen bringen mich,als handwerker,immer zum demütigen staunen.
allein das cad modell zu entwerfen,geschweige belastungs berechnungen zu erstellen,Hut ab !!!
wie sehen die kollegen im grauen kittel bei euch sowas ?
hier machen sie sich nur bei der nachfrage einer oberen-und unteren gabelbrücke in den slip.
die wollen dinge wissen und selbst testen,daß das ein budget ergibt,die eine privatperson kaum stemmen kann.

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el-hardo
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Re: Caterham R400 Superlight

#238 Beitragvon el-hardo » Di Dez 25, 2018 1:06 am

Mensch Dominik, da hast du dir aber viel Arbeit gemacht.

Ich habe zu dem Thema auch eine Menge zu sagen. Angefangen bei Firma xxx, die den nachgebauten Formel 3 Radträger mit Bremse für 11k verkauft.
1. Finde ich das absoluter Oberwucher
2. Kann man sowas auf der Rennstrecke einsetzen, aber auf der Straße wäre mir das zu heiß
3. Es soll gut funktionieren (fahre ja auch im SMRC wo ein paar damit unterwegs sind).

Aber:
Wird man damit wirklich schneller? Ich habe schon so viel am Auto verändert. Auch Dinge, wo ich mir 1-2s von versprochen habe, weil sie epochal waren. Und am Ende bringt es nix. Die serien AP Bremse ist super. Habe Null Probleme damit. Wenn sich vorne der Radträger ein wenig bei Last verbiegt ist das blöd, aber mehr auch nicht. 0,1° mehr oder weniger Sturz merkt doch kein Mensch bei der Reifenflanke die wir mit 13" fahren.
Daher kam der Krams für mich nie in Frage. Dennoch großen Respekt, dass du das durchgezogen hast.
Meine CAD Kenntnisse sind mittlerweile auch ziemlich eingerostet. Müsste erstmal wieder meine Catia Studentenversion installieren :-).
Korrigier mich, wenn ich falsch liege. Ich stelle mir das in etwa so vor: Das Vermessen ist mega nervig, das Zeichen sieht nicht so kompliziert aus und macht eigentlich Spaß, wenn man wieder drin ist. Die Berechnung läuft allein, wenn man die richtigen Lastfälle einträgt, und die Datei in eine Fräs-Datei umzumodeln ist auch nix besonderes. Dennoch alles unterm Strich viel Arbeit. Du hast mit Sicherheit auch den Hintergedanken, den einen oder anderen Euro damit zu verdienen, oder? Willst du die Teile verkaufen, oder nur die Anleitung und Dateien dazu?
Ich hatte sowas ähnliches Mal vor 15 Jahren mit einem Getriebe-Radsatz bei einem Saab vor. Auch alles fertig gezeichnet. Angebote eingeholt, Prototyp so gut wie fertig... Am Ende war mir das zuviel Risiko xx Sätze zu einem vernünftigen Preis zu bestellen, wenn persönlich nur einen brauche und nachher auf der Hälfte der Teile sitzen bleibe. Aber das war noch vor meinen Foren-Zeiten, wo man verbinliche Bestellungen von Verrückten aus ganz Deutschland per Knopfdruck organisieren kann.

Aber zurück zum Thema. Ich bin sehr gepspannt wie das Ergebnis ausfällt. Komm doch damit mal zum SMRC, dass ich mir das persönlich anschauen kann, das würde mich freuen. Westermann wird dich damit sicher vom Hof jagen und/oder die Bauteile schlecht reden. Hatten mal eine Grundsatzdiskussion über Fahrwerke. Du erinnerst dich vielleicht...hatte dir mal den Rechner zur Schwingzahl vor ein paar Jahren geschickt.
Und noch was zu guter Letzt. Du bekommst bald Nachwuchs?
Vergiss alles was du dir vorgenommen hast. Meine Kleine ist jetzt 15 Monate alt, und von den vergnüglichen Schrauberabenden und mal eben gerade was fertig machen sind kene 10% übrig geblieben.
Also bau das schnell zusammen und hoffe, dass du nächste Saison mehr als 2 Tankfüllungen verfahren kannst. :-)
MS3 Pro Evo FW 1.5.1
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Re: Caterham R400 Superlight

#239 Beitragvon chapy » Di Dez 25, 2018 10:43 am

Ich jage niemanden vom hof : :roll:

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Dominik335i
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Re: Caterham R400 Superlight

#240 Beitragvon Dominik335i » Di Dez 25, 2018 11:47 am

Servus e-hardo,

letztendlich geht's doch um eines: Spaß! Den hatte ich :D Und um noch nen abgedroschenen Spruch anzubringen: Ich hab's gemacht, weil ich es kann :!:

Dass man durch die Träger schneller wird, glaube ich auch nicht. Aber ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass Fahr- und Lenkgefühl massiv davon profitieren. So wie es Frank ja auch schreibt. Der originale Brocken ist schon wirklich alles andere als State of the Art.

Zum SMRC werde ich niemals nie kommen. Keine Sekunde meines Lebens verschwende ich in der Nähe vom Holzmichl. Aber wenn man den Gerüchten glauben darf, gibt es ja evtl. bald eine Alternative :mrgreen:

Wobei du in einem Punkt sicher auch recht hast: In Zukunft werde ich sowieso froh sein, wenn ich die Kiste überhaupt noch ein paar Meter bewegen kann. Zwischen vollgekackten Windeln und Schlafmangel :lol: Aber das muss sich zeigen. Zumindest nehme ich mir vor, dass mein Caterham der erste mit einer Isofix-Halterung wird :wink: 8) Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Zu kommerziellen Überlegungen möchte ich mich nicht äußern. Aber u.U. werden die Teile bald bei einem der üblichen Verdächtigen zu kaufen sein... :D

Gruß
Dominik
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